Seeteufel

Yacht

Former von Luckner’s yacht “Seeteufel”, ehemals Luckners Hochseeyacht “Seeteufel” after being restored/nach der Restaurierung, 2010

Die “Seeteufel” – das letzte noch existierende Schiff des Grafen Luckner.

Bei der “Seeteufel” handelte es sich um einen 1912 in den Niederlanden gebauten Logger (ein für die Fernfischerei robuster Schiffstyp), den Graf Luckner im Jahre 1936 erwarb, um wieder auf Weltfahrt zu gehen.

Um diese Zeit wurde das Deutsche Reich von den braunen Machthabern beherrscht, ohne deren “Segen” ein solches Projekt nicht möglich gewesen wäre.

Luckner ersann eine List und gab vor, eine Propagandafahrt für das Dritte Reich zu unternehmen und im Ausland Werbung für Führer und Vaterland zu machen. In Wirklichkeit ging es ihm jedoch von Anfang an schlicht darum, wieder Planken unter den Füßen zu haben, Seeluft zu schnuppern und die weite Welt zu bereisen, hier insbesondere die Stätten wiederzusehen, die er im ersten Weltkrieg gesehen hatte.

In welche Gefahr sich der Graf damit begab, war ihm offensichtlich nicht bewußt, doch hierauf gehen wir auf der Seite “Sonderehrengericht” ein. Hier soll hingegen das Schiff im Vordergrund stehen.

Die “Seeteufel” verkaufte Luckner nach seiner Heimkehr ins Reich (das war 1939) im Jahre 1941 an den Taucher Hans Hass, der es zu seinem Forschungsschiff umzubauen trachtete. Der Krieg verhinderte die Umsetzung des Projektes.

So kam es, daß das Schiff 1945 in einem deutschen Hafen (Rostock/Warnemünde) von der einrückenden Roten Armee requiriert wurde. Versuche der Deutschen, das Schiff zuvor im Schlepptau mitzunehmen und somit zu retten, scheiterten an einem defekten Ruder.

Die Sowjets nahmen das Schiff mit nach Leningrad (heute: St. Petersburg) und nutzten es die nächsten Jahrzehnte. Dabei wurde es umgebaut, aber auch erhalten und gepflegt, trug die Namen “Sekret”, “Leningrad” und “Nadeshda” (die Hoffnung). Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde es sprichwörtlich “eng” für das Schiff mit seinem genieteten Stahlrumpf. Zuletzt stand es kurz vor der Verschrottung.

Abenteuerlich wie das Leben des Grafen war die Rettung der ehemaligen “Seeteufel”, an der sich organisatorisch auch unserer Gesellschaft beteiligte. Letztlich gelang der Verkauf an einen russischen Investor in St. Petersburg, und der Zufall wollte es, daß sich dieser mit der Geschichte des Schiffes und seinem berühmter Voreigentümer befaßte und dadurch zu einem Bewunderer Luckners wurde.

Im Jahre 2010 war die Seeteufel, noch immer unter dem Namen “Nadeshda” fahrend”, restauriert und im Juni 2011 war es Mitgliedern unserer Gesellschaft vergönnt, des Grafen Geburtstag auf Einladung des Eigners auf dem Schiff zu feiern. Schließlich konnten wir den Eigentümer gar als Mitglied in unserer Gesellschaft begrüßen.

Doch die abenteuerliche Geschichte geht noch weiter.

Der Eigentümer verliebte sich in die Segeleigenschaften des Schiffes und plante eine Weltreise, die er aber nicht auf einer “100 Jahre alten Dame” unternehmen wollte. So baute er das Schiff einfach nach und nutzt dies für seine Zwecke. Die originale “Seeteufel” verkaufte er an einen Yachtclub in St. Petersburg, der es wiederum umbaute. Somit existieren nun quasi zwei gleichartige Schiffe.

Google-Code