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Liebe Mitglieder,
mit Bestürzung mußten wir zur Kenntnis nehmen,
daß Dr. Ernst-Werner Schulze
uns für immer verlassen hat.
"EWS", wie er in Halle genannt wurde,
war seit Mai letzten Jahres und damit beinah von Anfang an Mitglied in
unserer Gesellschaft. Doch schon weit vorher interessierte er sich für
unsere Sache, war aktiver Teilnehmer an Veranstaltungen, die Graf
Luckner, den Weltkrieg und insbesondere das Kriegsende 1945 betrafen. Er
hatte das Grauen erlebt und war aus diesem Grunde besonders bewegt, wenn
er mit Veteranen der "Timberwölfe" zusammentraf und sie einträchtig
nebeneinandersaßen und - man kann es ohne Übertreibung sagen - Freunde
wurden.
Gerade in den letzten Wochen zeigte sich Dr.
Schulze aktiv, als es um die Verbreitung der Botschaft unserer
Ausstellung "Kriegsende in Halle" hinein in die Bevölkerung
ging. Er stritt für eine Beschäftigung mit der Vergangenheit und wider
das Vergessen. Besonders in Erinnerung wird mir bleiben, daß sich
"EWS" auf einem der ausgestellten Photos - übrigens eines der
ersten, die ich 1992 aus den USA erhielt! - selbst erkannte; gerade von
den Amerikanern gefangen genommen und am Straßenrand in Trotha stehend.
Tief bewegt und erschüttert über das Erkennen in diesem Bild waren
sein Eindruck und seine Gedanken aber vor allem davon geprägt, selbst
überlebt zu haben. Er war eben noch da und konnte erzählen, wie er
sich ausdrückte. Stets zeigte Dr. Schulze ein Photo, auf dem seine
Schulklasse zu sehen ist; er hatte gekennzeichnet, wer die Zeit des
Krieges nicht überstanden hatte.
In Erinnerung bleiben wird auch die sprühende
Energie, die von ihm ausging. Bis zuletzt trieb sie ihn an.
Nicht nur seine Gedanken haben die Felix Graf
von Luckner Gesellschaft geprägt. Wir werden ihn vermissen.
Danke, EWS.
Matthias J. Maurer
Präsident
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